Funk im Großeinsatz

Die Erfahrung, dass Zurückhaltung bei der Funkkommunikation alleine nicht ausreicht um eine Überlastung von Funkkanälen zu verhindern, veranlasste uns bereits mehrmals dazu Abschnittsbildung an der Einsatzstelle und Kanaltrennung im Funkverkehr auszuprobieren. Im folgenden Artikel wollen wir unsere Erfahrungen zusammenfassen.

Kanaltrennung & Abschnittsbildung v1.0:

Kanaltrennung & Abschnittsbildung v2.0:

Vergleich:

Unsere ersten Versuche liefen erfolgreich in Version 1.0 aber die Doppelbelastung der Abschnittsleiter mit zwei Funkgeräten ist nicht vernachlässigbar. Da die Abschnittsleiter in der Führung oft den stressigeren Job haben, ist diese zusätzliche Belastung nicht vorteilhaft. Scanner-Betrieb kann das Problem etwas lindern.

Version 2.0 ist personalaufwändiger, entlastet aber deutlich den Abschnittsleiter, da er nur einen Kanal mithören muss. Des Weiteren sind in der Einsatzleitung schnelle kooperative Entscheidungen möglich. Damit sich anrückenden Einheiten nicht auf einem Abschnittskanal anmelden müssen, kann ein zusätzlicher "Einsatzleitkanal" sinnvoll sein, der aber nur zur Anmeldung benutzt wird.

Weitere Erfahrungen:

  1. Versuche die Wehren als Einheit zusammenzulassen und Ihnen ganz Abschnitte zuzuweisen
  2. Trotz aller Standardisierungsversuche funktioniert jede Wehr in Luxemburg leicht anders. Die Integration von Teilen einer Wehr in eine fremde Einheit ist immer fehlerträchtig, deshalb versuchen wir wenn möglich einer Wehr einen geschlossenen Abschnitt zuzuweisen. Eine Ausnahme bildet die Drehleiter. Sie muss flexibel in allen Abschnitten einsetzbar sein. Da der Kommunikationsbedarf zwischen dem Mann im Korb und dem Maschinisten im Steuerstand erfahrungsgemäß recht hoch ist, kann es sinnvoll sein der Drehleiter einen eigenen Funkkanal zuzuweisen, falls keine Gegensprechanlage zur Verfügung steht. Ein Mann an der Drehleiter muss aber ebenfalls den Kanal des Abschnitts mithören in dem er arbeitet.

  3. Vermeide Kanalwechsel
  4. Kanalwechsel sind riskante Manöver vor allem unter Atemschutz. Informiere dich also lieber im Vorfeld über die Arbeitskanäle deiner unterstützenden Nachbarwehren und versuche dies bei der Kanalvergabe zu berücksichtigen.

  5. Nutze einen Einweiser/Melder
  6. Positioniere einen Einweiser an den Zugangsweg zur Einsatzstelle um die Wehren in ihre Aufgabe und den zu verwendenden Kanal einzuweisen. Habt ihr euch für Kanaltrennung nach Version 2.0 entschlossen, so soll der Einweiser die Wehr ebenfalls entschieden auffordern einen Vertreter in die Einsatzleitung zu schicken, da diese oft dazu tendieren dies zu vergessen.

  7. Aus ähnlichen Gründen wie in Punkt 1 halten wir einen abschnittsübergreifenden gemeinsamen Atemschutzkanal nicht für sinnvoll.
  8. Den Vorteilen stehen mehr Nachteile gegenüber, siehe auch http://feuerwehr-vockenhausen.de/board/viewtopic.php?p=2541#2541 (Erfahrungen zur Atemschutzüberwachung und Kanaltrennung).

 

zuletzt aktualisiert im: August 2012
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