Akron Turbojet 1703

Hohlstrahlrohr als Hochdruckschnellangriffslanze

Als mir das erste Mal jemand erzählte, dass eine Feuerwehr ein Akron Turbojet Niederdruckhohlstrahlrohr als Hochdruckschnellangriffslanze benutze, taten sich bei mir nur Fragen auf.

Das Hohlstrahlrohr von dem hier die Rede ist, ist das Akron Turbojet 1703 Rohr mit dem Pistolengriff 753. Die 1703 entspricht der 1702 wie sie in unserem Vergleich von 3 Hohlstrahlrohren beschrieben wurde, sie ist lediglich mit einem 1,5 Zoll statt mit einem 1 Zoll Anschluss versehen.

Wie lange hält das Hohlstrahlrohr den Druck aus?

Die Besorgnis um die Druckfestigkeit der Lanze war schnell zerstreut. Obwohl die Durchflussangaben auf dem Rohr für einen Strahlrohrdruck von 7 bar gelten, kann dieser tatsächlich bis auf 40 bar erhöht werden.

Wird der Durchfluss nicht übertrieben hoch?

Dies war nur über eine Messung zu klären. Dazu haben wir das genannte Hohlstrahlrohr an einem 60 m DN25 Hochdruckschnellangriffsschlauch angeschlossen und bei verschiedenen Durchflusseinstellungen an 30 bar Pumpenausgangsdruck betrieben.

 

Akron Turbojet 1703
Pumpenausgangsdruck
[bar]
Eingestellter Durchfluss
[l/min]
Lanzendruck
[bar]
Gemessener Durchfluss
[l/min]
30 50 27 110
30 100 20 160
30 150 14 190
30 230 10 200

Zum Vergleich hier die Messwerte an einer AWG HDP 1 PN 40 Hochdrucklanze bei Vollstrahl.

 

AWG HDP 1 PN 40
Pumpenausgangsdruck
[bar]
Lanzendruck
[bar]
Gemessener Durchfluss
[l/min]
30 25 120

Bei einem eingestellten Durchfluss von 50 l/min ergeben sich am Akron Hohlstrahlrohr fast die gleichen Werte wie an der AWG Hochdrucklanze. Durch den geringen Durchfluss ist der Reibungsverlust in dem Schlauch gering. Es herrscht Hochdruck an der Lanze.

Bei einem eingestellten Durchfluss von 230 l/min kann von Hochdruck keine Rede mehr sein. Die Reibungsverluste in dem Schlauch werden so groß, dass an der Lanze "nur" noch 10 bar anliegen und dadurch der Durchfluss nicht in dem Maß ansteigt, wie man es hätte befürchten können.

Auch wenn die Messwerte nicht in allen Punkten schlüssig sind - der gemessene Durchfluss ist z.B. bei 10 bar Lanzendruck niedriger als der eingestellte Durchfluss, obwohl dieser schon ab 7 bar gilt - so ist die gezeigte Tendenz dennoch logisch.

Wird die Hochdruckpumpe nicht außerhalb ihrer Leistungsgrenzen betrieben?

Mir war es leider nicht möglich die Leistungsdaten unserer Hochdruckpumpe aufzutreiben. Die im Versuch eingestellten Betriebszustände dürften allerdings kaum außerhalb der Leistungsgrenzen liegen.

Schlussfolgerung

Die Idee ein Hohlstrahlrohr als Hochdrucklanze zu verwenden ist nicht zu verwerfen. Man hat verglichen zu den klassischen Hochdrucklanzen ein wesentlich flexibleres Werkzeug zur Verfügung, das zudem über den Pistolengriff dosierbar ist.

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