Chronik 1918-2012
Die Geburtsstunde der freiwilligen Feuerwehr Peppingen schlug am 10. August 1918. In der Gründungsversammlung wählten die 28 Mitglieder folgenden Vorstand:
| Präsident: | Jacques Frantzen |
| Vize Präsident: | Jean Werner |
| Kassierer und Schriftführer: | Nicolas Simon |
Am 29. September 1918 wurde der Vorstand um den Kommandant Jean Haupert und den Unterkommandanten Nicolas Anton erweitert.
![]() |
![]() |
Jean WERNER |
Nic SIMON |
In einer Eingabe wandten sie sich an den Gemeinderat, um mit dem nötigen Löschgerät versehen zu werden. Sie erhielten 50 m Schlauch, 1 Lanze, 1 Standrohr und einen Hydrantenschlüssel.
Aus ihren eigenen Mitteln verschaffte sich die junge Feuerwehr eine zweiteilige Schiebeleiter von 11 m, verschiedene Dachleitern, Steigerbeile, Schlauchhalter, einen Gerätewagen und einige Clairons.
Zur Uniformierung langten anfänglich die Mittel noch nicht, deshalb wurden nur «Mützen» angeschafft.
1921 erhielt dann der Verein seine ersten Uniformen. Dieselben wurden angefertigt durch Schneider und Mitglied Jos Quintus. Finanziert wurden sie durch den Ertrag von zwei Theaterabenden. Ebenfalls 1921 erhielt die Wehr bereits eine Fahne. Dieselbe wurde angefertigt von den Schwestern des Klosters Peppingen und kostete 2.100 Fr. Zur Bestreitung der Unkosten wurde eine Suskriptionsliste aufgelegt und eine Hauskollekte abgehalten.
Unter der wirksamen Leitung des Vorstandes entfaltete sich die Wehr nach und nach. Die Ausbildung lag in den Händen ihres tüchtigen Kommandanten Jean Haupert, der die Übungen mit strammen Kommando nach militärischen Richtlinien abhielt. Das Fehlen in den Übungen war mit Strafe belegt. Aus diesem Grunde hatte der Verein einige Austritte zu verzeichnen. Neuanmeldungen schlossen aber wieder die Lücken.
Im Juni 1921 schied das Gründungsmitglied Fr. Wegener aus dem Vorstand und aus dem Vereine aus. Er wurde im Vorstand durch Pater Jean ersetzt.
Am 27. Dezember wurde im Vorstand der Unterkommandant Nic. Anton durch Alphonse Back ersetzt.
![]() |
Alphonse BACK |
Anfänglich weigerte sich der Gemeinderat, die Wehr als Gemeindeverein anzuerkennen. Alles angeschaffte Gerät wurde zu Lasten der Sektion Peppingen verbucht. Dieser Umstand bewog den Vorstand der Feuerwehr, eine Taxe festzusetzen zu Lasten der anderen Sektionen für Anspannen, Begeben zur Brandstelle, Arbeiten an der Brandstelle etc.
Am 17.4.1921 hatte die Wehr die Ehre, die Kantonaltagung in Peppingen organisieren zu können.
Im Jahre 1923 bewilligte der Gemeinderat 50 weitere Meter Schlauch, 1 Lanze, 2 Schlauchbinden sowie verschiedene andere kleine Gerätschaften. In Ermangelung eines geeigneten Lokales wurden die Geräte in verschiedenen Häusern aufbewahrt. Dies verursachte bei einem etwaigen Brände, hauptsächlich bei Nacht, vieles Hin- und Herlaufen und machte eine sofortige Hilfeleistung bei verschieden Bränden fast unmöglich.
Corps 1920

Ab 1923 bat die Feuerwehr in verschiedenen Eingaben den Gemeinderat um Überlassung von 1 Ar Gemeindeterrain, zwecks Errichtung eines Geräteschuppens. Diese und verschiedene andere Eingaben wurden abschlägig beschieden.
Im Jahre 1926 schied Präsident Jacques Frantzen aus dem Vorstand und aus dem Verein aus.
In Ersetzung wurde am 1.1.1927 der damalige Vizepräsident Jean Werner zum Präsidenten gewählt. Alphonse Back wurde Vizepräsident und Jean Schmit Unterkommandant.
Jean Werner war ein Feuerwehrmann durch und durch. Während 21 Jahren leitete er die Geschicke des Vereines. Seine Leutseligkeit bewog eine Anzahl junger Leute, der Wehr beizutreten. Unter seine Amtsführung wurden ein paar wichtige Fortschritte im Aufbau und Leben der Wehr erzielt:
Die Ausbildung der einzelnen Mannschaften wurde nicht außer acht gelassen, kein Schulkursus wurde abgehalten, ohne dass verschiedene unserer Feuerwehrleute zugegen waren.
Als der Krieg ausbrach befand sich der Verein in raschem Aufwärtstrend, jedoch wurde nun jedes Vereinsleben unterbunden.
![]() |
Aloyse GLODT |
Die älteren Mitglieder wurden vom Okkupanten pensioniert. Um den Bestimmungen des Luftschutzes zu entgehen, trat eine Reihe andere dem Vereine bei. Zum Kommandanten wurde Kamerad Aloyse Glodt bestimmt, der sich seiner schweren Aufgabe mit viel Geschick entledigte.
Während des Krieges wurde das Schlauchmaterial ergänzt. Der Plan unseres damaligen sehr rührigen Kommandanten, dem Geräteschuppen einen Schlauchtrockenturm anzufügen, kam aber leider nicht mehr zur Ausführung.
Nach der Befreiung trat eine Ruhepause ein.
1946 und 1947 bewilligte der Gemeinderat weitere Schläuche.
Am 1. Juni 1947 fand in Peppingen wiederum eine Kantonaltagung statt.
Nach und nach erholte sich der Verein von den Folgen des Krieges, und der Wiederaufbau des Vereines vollzog sich programmäßig.
Kantonaltagung 1.6.1947 Ehrentribüne

Jean Werner verstarb am 6.3.1948; Kommandant Aloyse Glodt verzog nach Crauthem.
In der Versammlung vom 2.1.1949 wurde folgender neuer Vorstand gewählt:
| Präsident: | Henri Feidt |
| Vizepräsident: | Alfons Back |
| Schriftführer-Kassierer: | Nic Simon |
| Beisitzende: | Jemp Wewer Gust Meyer |
| Kommandant: | Pierre Fischbach |
| Unterkommandant: | Jos Schneider |
![]() |
![]() |
Henri FEIDT |
Pierre FISCHBACH |
Im Jahre 1949 wurde außerdem eine elektrische Alarmsirene in Betrieb genommen. Zur Fahrt zu einem Brand mußte jedesmal ein gemeindeansässiges Auto requiriert werden. Um diesem Übelstand abzuhelfen tätigte der Gemeinderat den Ankauf eines eigenen Fahrzeuges der Marke Dodge. Dadurch wurde die Wehr in den Stand versetzt schneller an der Brandstelle zu sein.
| Motorpumpe (1939) | Feuerwehrauto Dodge (1949) |
![]() |
![]() |
Allerdings stellte wintersüber das Ankurbeln der Motorpumpe, sowie des Autos ein nicht unerhebliches Problem dar. Der Bau der neuen Schule in Peppingen bot daher eine einzigartige Gelegenheit. Ohne größere Mehrkosten war es hier nämlich möglich, in den Kellerräumen einen geheizten Geräteschuppen zu errichten, verbunden mit einem Schlauchturm von 12 Metern, der im Innern des Gebäudes hochgeht.
Neue Schule

In der Generalversammlung vom 27. Januar 1953 wurden die Funktionen von Präsidenten und Kommandant, sowie diejenigen von Vizepräsident und Unterkommandant miteinander verschmolzen.
Am 9. August 1953 anläßlich des 35. Stiftungsfestes wurde eine neue Fahne eingeweiht.
Bewegte Diskussionen gab es in der Generalversammlung vom 17. Januar 1965 als die Erweiterung der Wehr zur Diskussion stand. Drei Vorschläge waren gemacht worden: entweder FF Roeserbann oder FF Peppingen-Liwingen oder FF Peppingen. Die geheime Wahl ergab folgendes Resultat:
FF Roeserbann: 19 Stimmen
FF Peppingen-Liwingen: 3 Stimmen
FF Peppingen: 1 Stimme
Sapeurs-Pompiers de Peppange - 1953

Schließlich wurde de Name der Gesellschaft in «Freiwillige Feuerwehr Roeserbann» umgeändert.
Am 10. August 1968 beging das Korps sein 50. Stiftungsfest.
Anfang der siebziger Jahre wurde ein TLF 16 der Marke Mercedes Benz angeschafft und am 7. August 1971 eingeweiht, um den unzuverlässig gewordenen Dodge zu ersetzen.
TLF 16 - Mercedes Benz
mit freundlicher Genehmigung von Raymond Brausch
Am 1. Januar 1981 wurde der Wehr für die Unterbringung ihrer Fahrzeuge zwei gemietete Garagen zur Verfügung gestellt. Im Laufe des Jahres 1981 wurden die Sirenen in der Gemeinde an das Alarmsystem der Notrufzentrale (damals noch 012) angeschlossen.
Im gleichem Jahr kaufte die Wehr aus eigenen Mitteln einen Gebrauchtwagen der Marke Mercedes Benz Typ 406D Baujahr 1972, den die Mitglieder instandsetzten und zum Gerätewagen umbauten. Das Fahrzeug wurde am 17. Oktober 1982 seiner Bestimmung übergeben.
GW - Mercedes Benz Typ 406D

Im Jahre 1984 kaufte die Wehr zusätzlich einen VW Transporter als Mannschaftstransportwagen (MTW), welcher nach 2-jähriger Instandsetzung aus eigenen Mitteln, ebenfalls in Betrieb ging.
Auch wurde im Jahre 1984 am 12. Juni eine Jugendfeuerwehr ins Leben gerufen. Hierdurch sollten Jugendliche von 10 bis 16 Jahre auf das Feuerwehrwesen vorbereitet werden.
MTW - VW Transporter

Im September 1986 wurde weiterhin aus eigenen Mitteln eine Tragkraftspritze TS8/8 angeschafft.
Im März 1989 wurde mit dem Bau eines neuen Feuerwehrzentrums in Roeser begonnen. Im Frühjahr 1991 war das neue Feuerwehrzentrum bezugsfertig und wurde am 5. Juli 1991 im Beisein von Minister Jean Spautz feierlich eingeweiht.
Am 10. Oktober 1992 ist die Roeserbänner Feuerwehr eine Wehrpartnerschaft mit der freiwilligen Feuerwehr aus Simmern/Hunsrück (D) eingegangen.
Am 9. Mai 1993 fand zum 5. Mal die Kantonaltagung im Roeserbann statt. Außerdem feierte die Wehr im Jahre 1993 am 18. Juli ihr 75-jähriges Jubiläum.
Weiterhin erhielt die Wehr im Juli 1993 ein neues MTW der Marke Peugeot.
MTW - Peugeot
Im August 1993 fand zum ersten Mal im Roeserbann das kantonale Jugendzeltlager statt.
Am Morgen des 3. August kam es zu einem Großbrand in der Industriezone in Liwingen. Dabei wurden drei Geschäfte völlig zerstört und es entstand ein Schaden in Millionenhöhe. Unterstützung bekam unsere Wehr aus Bettemburg, Hesperingen, Aspelt, Frisingen, Düdelingen und Esch/Alzette.
1995 wurden die Einsatzkräfte der Feuerwehr Roeserbann mit Funkmeldeempfänger ausgestattet und die Alarmierung erfolgte nun "still".
Im Dezember 1997 erwarb die Feuerwehr aus eigenen finanziellen Mitteln ein RW2 für 500.000 LUF, das zuvor bei unserer Partnerwehr in Simmern tätig gewesen war.
Ende 1997 plante man einen Rüstanhänger-Öl in Eigenregie zu bauen und zusammenzustellen und konnte dann Anfang 1998 in Betrieb genommen werden.
mit freundlicher Genehmigung von Raymond Brausch
Im September 1998 wurde ein neues TLF 2000 TAA in Betrieb genommen. Das neue Fahrzeug ergänzte somit das ältere TLF 16.
TLF 2000 - Mercedes Benz
mit freundlicher Genehmigung von Raymond Brausch
Im September 2003 wurde bei dem jährlichen Vorsprechen vor dem Schöffenrat die Möglichkeit angesprochen die Drehleiter unserer Partnerwehr aus Simmern zu übernehmen. Dabei handelt es sich um eine DLK 23/12, welche die Wehr aus Simmern durch einen neuen Leiterwagen ersetzte. Daraufhin bat der Schöffenrat um eine genaue Auflistung der Folgekosten.
Im September des folgenden Jahres war der Schöffenrat gewillt dem Gemeinderat die Übernahme der Drehleiter vorzuschlagen, wenn die Anschaffung und die fällige Generalüberholung des Leiterparks in einem gesetzten finanziellen Rahmen bleiben würden. In den folgenden Wochen wurde man sich mit der Kreisverwaltung Simmern einig.
Auf der Generalversammlung vom 15. Januar 2005 wurde die Anschaffung der Drehleiter offiziell bekanntgegeben. Schließlich, am 25. Februar des gleichen Jahres, wurde uns die Drehleiter samt Schlüssel von den Kollegen aus Simmern und in Anwesenheit des Bürgermeisters Arthur Sinner übergeben.
DLK 23/12 - Magirus Deutz
Die offizielle Einweihung fand ein paar Monate nach der Entgegennahme statt und zwar am 27. Mai 2005.
Seit 2006 stellt die Wehr einen 'Sauvetage communal' sicher. Dies ist ein Bereitschaftsdienst mit maximal 6 Kräften zur Unterstützung des Zivilschutzes bei Autounfällen.
Im Jahr 2007 wurde ein neues MTW aus eigenen Mitteln und Gemeindezuschüssen angeschafft. Es handelt sich um einen Volkswagen Crafter und ersetzte somit den außer Betrieb genommenen Peugeot aus dem Jahre 1993 und den übergangslösenden gelben VW T3 Kleinbus.
MTW - VW Crafter
mit freundlicher Genehmigung von Raymond Brausch
Ein Wechselladercontainer, kurz "WLA", wurde 2008 angeschafft und umgebaut.
WLA - Bürocontainer
mit freundlicher Genehmigung von Raymond Brausch
Im Jahr 2008 wurde mit der Vergrößerung und Modernisierung des Feuerwehrzentrums in Roeser begonnen. Dabei entstand unter anderem ein weiterer Stellplatz für ein Fahrzeug. Des Weiteren wurde eine Atemschutzwerkstatt eingerichtet, zum Auffüllen und Warten der Atemschutzflaschen- und geräte und zum Reinigen der Atemschutzmasken. Ein Lager mit diversem Feuerwehr- und Ersatzmaterial sowie ein Aufenthaltsraum/Küche wurden ebenfalls erbaut. Über dem diesem Raum wurde ein Versammlungsraum errichtet, wo sich der Vorstand regelmäßig trifft. Der Schlussstrich konnte 2010 mit der Erneuerung der Garagentore und einer neuen Fassade gezogen werden.
Stellplatz, Aufenthaltsraum/Küche und Versammlunsgraum
Am 9. Mai 2008 wurde der MTW VW Crafter und der erworbene WLA feierlich eingeweiht.
Anfang 2009 nahm die Wehr ein neues MTW entgegen. Bei diesem Modell handelt es sich um einen Ford Transit.
MTW - Ford Transit
Die Erneuerung des Fuhrparks war in den Jahren 2011/2012 ein Hauptthema. Es wurde beschlossen ein Tanklöschfahrzeug (TLF) der Marke Ziegler anzuschaffen. Im Sommer 2012 wurde das Fahrzeug in Auftrag gegeben.
Die Gemeinde Roeser ging einem Vorschlag des Ministeriums nach, den Bereitschaftsdienst mit 1 Euro pro Stunde pro Mann zu entschädigen. Seit dem 1. Januar 2012 wird jeder, der bestimmte Bedingungen erfüllt, für seine geleisteten Stunden vergütet.
Am 21. April 2012 organisierte die Feuerwehr Roeserbann zusammen mit den Kollegen aus Frisingen den 44. Kantonallauf auf dem Herschesfeld in Crauthem.
44. Kantonalcross auf dem Herschesfeld in Crauthem
Des Weiteren fand am 18. Mai desselben Jahres, der Kantonalkongress im Festsaal der Gemeinde Roeser statt.
Am 22.und 23. September 2012 feierten wir mit den Kollegen der Feuerwehr Simmern/Hunsrück (D) 20 Jahre Partnerschaft.
Ende des ersten Semesters 2013 (Juni/Juli) wurde das neue TLF 2000 StA der Marke Ziegler auageliefert und in Betrieb genommen. Damit wurde das über 40 Jahre alte TLF 16 in den Ruhestand versetzt.
TLF 2000 - MAN
Mit Inbetriebnahme des neuen Fahrzeugs wurde auch das Programm "SMSi" zur vollautomatischen Bereitschaftsdienstverwaltung lanciert.
Vom 2.bis zum 7. September 2013 fand auf dem Herchesfeld in Crauthem das 8. Kantonaljugendzeltlager statt. Nach 1993 fand dies zum zweite Mal im Roeserbann statt. Knapp 100 Jugendliche sowie Betreuer fanden sich zusammen und verbrachten dort sechs lehrreiche sowie spaßige Tage.
8. Kantonale Jugenzeltlager auf dem Herchesfeld
Im November 2013 wurde der RW2 zum GW umgebaut. Dazu wurde die Beladung des RA-Öl in den GW untergebracht.
Kommandanten der Feuerwehr Roeserbann