|
|
|
|
Großbrand bei Versis in Crauthem
Am 3. März um 22:41 Uhr wurde der Bereitschaftsdienst (6 Mann) der Feuerwehr Roeserbann von der Notrufzentrale alarmiert, dass es eine Rauchentwicklung im Gebäude von Versis in Crauthem gebe. Da die Meldung kurz nach der wöchentlichen Übung eintraf, waren die meisten Feuerwehrleute noch im Gerätehaus, was die schnelle Ausrückzeit erklärt. Um 22:45 Uhr informierte die Notrufzentrale die auf dem Anfahrtsweg befindliche Mannschaft, dass es laut Zeugenaussagen tatsächlich brennen würde. Sofort wurde Großalarm ausgelöst und ab 22:47 Uhr rückten die Drehleiter, das Tanklöschfahrzeug, der Gerätewagen und die Mannschaftstransportwagen der Feuerwehr Roeserbann nacheinander zum Brandort aus.
Beim Eintreffen des Bereitschaftsdienstes stellte sich heraus, dass es im hinteren Teil der Halle brannte, da meterhohe Flammen aus den Fenstern schlugen. Durch den Brand wurde die Stromversorgung der Halle unterbrochen, weswegen sich das elektrische Eingangstor nicht mehr öffnen ließ. Dies eschwerte die Zufahrt auf das Gelände und verzögerte die Erkundung. Mit dem Eintreffen der weiteren Einsatzfahrzeuge und Feuerwehrleute konnte das Tor schließlich geöffnet werden. Wehrkommandent Claude Damy unternahm sofort eine Erkundung der Halle, um sich ein Bild der Lage zu machen. Schnell stand fest, dass der komplette hintere Teil im Vollbrand stand. Da die beiden hintere Tore sowie die hinteren Fenster nicht mehr vorhanden waren, wurde dem Brand massiv Sauerstoff zugeführt. Außerdem befand sich hinter der Halle ein Container mit Spritzdüngermittel (nur 5 Meter von der Halle entfernt) und 2 Silos mit Kalkammonsalpeter.
![]() |
| Lage kurz nach dem Eintreffen |
Sofort wurde eine Leitung hinter die Halle verlegt, so dass von der hinteren Seite 3 Angriffstrupps mit der Brandbekämpfung beginnen konnten. Hier wurde zudem versucht, ein Übergreifen der Flammen auf den Container mit dem Spritzdüngermittel zu verhindern. Zur gleichen Zeit wurde ein Angriff von der Seite vorgenommen.
Ein Übergreifen auf Nachbargebäude wurde verhindert
Die Drehleiter wurde auf dem Nachbargelände positioniert. Aus dieser Position war es der Besatzung mittels Monitor möglich, die herausschlagenden Flammen zu unterdrücken und ein Übergreifen auf das Nachbargebäude zu verhindern. Trotzdem gingen bei diesem Gebäude einige Fensterscheiben zu Bruch. Da zu diesem Zeitpunkt ein Übergreifen auf dieses sowie andere Gebäude befürchtet wurde, wurde die Feuerwehr aus Hesperingen angefordert.
Durch die beim Großalarm gleichzeitig alarmierte Feuerwehr aus Bettemburg, welche schnell am Einsatzort eintraf, wurden ein weiterer Innenangriff mit zwei Atemschutztrupps von der Vorderseite sowie ein Außenangriff mittels Monitor aufgebaut. Ein weiterer Angriff wurde über das Teleskopmastfahrzeug sichergestellt. Durch den Innenangriff an der Vorderseite konnte ein Übergreifen der Flammen auf die Büroräume vermieden werden und so die Computer und ein Teil der Akten gerettet werden.
In der Werkstatt der Halle befanden sich Gasflaschen (Butan/Probutan, Acetylen und Sauerstoff) und im Verkaufsraum und Lager zahlreiche Spraydosen, Ölflaschen und eine Palette mit gefüllten Benzinkanister, von denen einige explodierten und dem Feuer wieder zusätzliche Nahrung gaben.
Weitere Verstärkung wurde angefordert
Mittlerweile traf der stellvertretende Regionalinspektor Nico Wagner am Brandort ein. In kurzer Rücksprache mit dem Wehrleiter der Feuerwehr Roeserbann wurden zusätzlich noch die Feuerwehr Düdelingen mit Einsatzleitwagen, sowie die Feuerwehr Esch/Alzette mit Gerätewagen-Atemschutz und Tanklöschfahrzeug (5000 Liter) an den Brandort beordert. Nur einige Minuten später traf auch der Regionalinspektor Guy Bernar ein.
Die Verstärkung aus Hesperingen stellte sofort nach ihrem Eintreffen 3 Atemschutztrupps zur Unterstützung der Roeserbänner Kollegen am hinteren Teil der Halle. Die Feuerwehr Hesperingen übernahm auch zusammen mit der Feuerwehr Esch/Alzette den Pendelverkehr für die zusätzliche Wasserversorgung. Beim Eintreffen des Einsatzleitwagens aus Düdelingen wurde eine Kommandozentrale errichtet. Die Einsatzleitung lief fortan über dieses Fahrzeug. Außerdem wurde von hier aus die Verpflegung der Einsatzkräfte organisiert.
Um ein Zusammenbrechen der Wasserversorgung zu vermeiden, wurde der Wasserdienst der Gemeindeverwaltung alarmiert, um eine Verbindung zwischen dem Wasserbehälter in Kockelscheuer und dem Wassernetz in Crauthem herzustellen. Außerdem wurde der technische Dienst der Gemeinde an die Einsatzstelle gerufen, um Streusalz auf das mittlerweile gefrorene Löschwasser zu verteilen. Die Außentemperatur lag zu diesem Zeitpunkt bei -2 Grad Celsius. Relativ schnell konnte im hinteren Teil der Halle das Feuer unterdrückt werden, so dass die Feuerwehr Hesperingen mehrere intakte und auch explodierte Gasflaschen bergen konnte.
![]() |
| Bergung von Gasflaschen durch die FF Hesperingen |
Da die Brandbekämpfung sich über Stunden zog und der Brand auch in den frühen Morgenstunden nicht vollständig gelöscht war, wurde gegen 6:00 Uhr morgens die Wehren Frisingen und Aspelt an dem Brandort bestellt, um die erschöpften Einsatzkräfte der Nacht abzulösen. Nach dem Abrücken der Wehren aus Frisingen und Aspelt am Vormittag, übernahm die Feuerwehr Roeserbann die Brandwache bis in die späten Abendstunden. Da im Lagerraum der Halle sehr viele Plastiksäcke mit Futtermittel gelagert waren, musste die Wehr Roeserbann noch 5-mal in den darauffolgenden Tagen zum Nachlöschen ausrücken, da sich immer wieder kleine Sickerbrände neu entfachten.
Bei diesem Großbrand waren die Feuerwehren Roeserbann, Bettemburg, Hesperingen, Düdelingen, Esch/Alzette, Frisingen und Aspelt, der Rettungsdienst aus Bettemburg, die Polizei Düdelingen, die " Police Technique ", die technische Dienste der Gemeindeverwaltung Roeser, der Regional Inspektor Guy Bernar und sein Stellvertreter Nico Wagner, sowie der Bürgermeister der Gemeinde Roeser Tom Jungen im Einsatz.
Die Gemeindeverwaltung Roeser und die Feuerwehr Roeserbann bedanken sich bei den Firmen Andreosso, Claude Constructions und Farei Services für die Bereitstellung Ihrer Büroräume, wo sich die Einsatzkräfte von der schweißtreibenden Arbeit etwas erholen konnten.
![]() |
| Explodierte Sauerstoffflasche |
Löschwasserverbrauch vom Trinkwassernetz:
Löschwasserverbrauch vom Anfang des Einsatzes bis 5:00 Uhr: 351m3
Maximaler Verbrauch um 0:00 Uhr: 2950 l/Min
Zeitraum: 22:00 bis 23:00= 3,11m3
Zeitraum: 23:00 bis 00:00= 88,41m3
Zeitraum: 00:00 bis 01:00= 97,03m3
Zeitraum: 01:00 bis 02:00= 43,31m3
Zeitraum: 02:00 bis 03:00= 42,54m3
Zeitraum: 03:00 bis 04:00= 38,24m3
Zeitraum: 04:00 bis 05:00= 38,82m3
Löschwasserverbrauch mittels Pendelverkehr
20m3 aus Hellingen (Nachbargemeinde)
Eingesetzte Feuerwehren und Fahrzeuge
Feuerwehr Roeserbann :
HLF2, TLF 2000, DLK 23-12, GW2, MTW1, MTW2
32 Mann
Feuerwehr Bettemburg :
HLF 2 1, HLF 2 2, TMF 2 1, ULF 1 1, MZF 2
1, MTW 2, RTW 1
28 Mann, 5 Ambulancier
Feuerwehr Hesperingen :
HTLF 3000, TLF 2000, TMF34, MZF, MTW
25 Mann
Feuerwehr Düdelingen :
1 ELW, MZF-G (Jeep), MTW
6 Mann
Feuerwehr Esch/Alzette :
STLF 5000, GW-A
9 Mann
Feuewehr Frisingen :
TLF 2000TAA, TSF
5 Mann
Feuewehr Aspelt :
HLF2-1, SEW 1
6 Mann
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
Berichtsautor : CISRO
Fotos: CISRO / CIBETT / CIHESPER / POLICE